Ich geh noch mal ins Archiv

Er will Maschinenbau studieren, an der FH Offenburg. Aber dennoch hat ihn der Besuch im Bundesarchiv in Freiburg, Abteilung Militärhistorisches Forschungsamt, wirklich heftig „angefixt“ – wie man heute wohl so sagt. Er möchte im mündlichen Abitur das Thema „Kalter Krieg“ bearbeiten. Warum? Er hat in Freiburg gesehen, wie echte Dokumente auf später Geborene wirken (können). Deswegen hat Dominik A. nach einer Exkursion mit seiner Lehrerin Fr. Teubner gemeint: Ich geh da nochmal hin!

Und auch alle anderen ExkursionsteilnehmerInnen - ein Geschichtskurs der Jahrgangsstufe 2 am IBG Lahr – waren „schwer“ beeindruckt von der über dreistündigen Führung durch die Wissenschaftler Dr. Andreas Kunz und Herrn Weinz. 55 „Regalkilometer“ Akten lagern dort in Freiburg – u.a. originale Kriegstagebücher, die belegen, dass der Krieg gegen die Sowjetunion definitiv kein „Präventions-„ , sondern ein Eroberungs- und Vernichtungskrieg war.

Alle SchülerInnen durften in den von Dr. Kunz mit großer Sorgfalt und Empathie vorbereiteten Dokumenten blättern! Das verschaffte einen ganz anderen Eindruck, als wenn man den Quellen im Geschichtsbuch „begegnet“. Umso wichtiger, weil, wie im Gespräch mit den SchülerInnen deutlich wurde, wir heute kaum noch auf ZeitzeugInnen treffen – der Opa war ja damals ein Kind... Aber in vielen Friedhöfen gibt es die Tafeln, die das Gedenken an die gefallenen und die vermissten Soldaten wach halten. Alle waren Opfer – viele wurden leider auch zu Tätern. Welche Aufgaben hat in diesem Zusammenhang ein Archiv? Am Ende der Führung hat sich nicht nur Dominik A. gesagt: Es war ein aufschlussreicher Tag! (Bericht: Teubner)

IBG-AbiturientInnen in Freiheit und Verantwortung entlassen

Ganz eng zusammenrücken mussten am vergangenen Samstag die 138 Abiturientinnen und Abiturienten vom IBG Lahr, die in der Sternenberghalle in Friesenheim gemeinsam mit Eltern und Freunden ihren erfolgreichen Schulabschluss feierten. Trotz hochsommerlicher Temperaturen gab es eine Rekordbesucherzahl beim diesjährigen Abi-Ball. Auch auf der Bühne herrschte dichtes Gedränge, denn zahlreiche Abiturientinnen und Abiturienten erhielten Preise für besondere Leistungen. Den Preis des Landrats bekam Andreas Herp, der einen Abiturschnitt von 1,0 erreicht hatte. Doch damit nicht genug. Andreas Herp wurde zusätzlich mit dem Physikpreis, dem Scheffelpreis sowie dem Preis für besondere Leistungen in Mathematik ausgezeichnet.

Mit der Traumnote von 1,0 hatte auch Nathalie Peukert ihr Abitur abgeschlossen, sie erhielt dafür einen Preis für sehr gute Leistungen sowie den Anton-Tschechow-Preis und ebenfalls einen Preis für besondere Leistungen in Mathematik. Letztgenannten Preis erhielt als Dritter im Bunde auch Xaver Kopf.

Der Preis für die besten Leistungen im Profilfach Wirtschaft ging an Dominik Fees, das Pendant im Profilfach Pädagogik und Psychologie erhielt Cicek Candan. Weitere Preise im Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium (WG) erhielten Juliane Fritsch, Hanna Hügel, Xaver Kopf, Saskia Rinkel, Roman Beil und Ümit Sen. Preise am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium (SG) gingen außerdem an Lena Fellhauer, Elsa Kimmig, Truc Thanh Tran, Marina Kohler, Franziska Heck, Chantal Semmelroth, Carola Schindler, Caroline Dockhorn, Tülay Karakus, Dominik Arenz und Carolin Schindler.

Die Alfred-Maul-Gedächtnismedaille wurde Eva Doser verliehen. Preise für Mithilfe in der Schulbibliothek erhielten Jessica Nicolosi, Nadine Schöffel, Elsa Kimmig und Nathalie Peukert. Über die Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für ein Jahr freuen sich Andreas Herp, Dominik Fees, Carolin Schindler, Jan Fißler und Dominik Arenz.

Schulleiter Herbert Huber gratulierte in seiner Rede allen Abiturientinnen und Abiturienten zum Erreichen des höchsten Schulabschlusses in Deutschland. Er appellierte an die jungen Schulabgänger, ihre Freiheit zu schätzen und zu nutzen und gleichzeitig Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen: „Fangen Sie damit an, sich für eine gute Sache einzusetzen, zu engagieren und diese dann in verantwortlicher Position zu gestalten, zu verändern – oder beginnen Sie, etwas Neues auszuprobieren.“ Eine pluralistische Gesellschaft könne nur funktionieren und fortbestehen, wenn sich auch junge Menschen in Bürgerinitiativen, Parteien, Verbänden, Gewerkschaften oder Vereinen engagieren und sich jederzeit an nicht verhandelbaren Werten und Grundrechten orientieren, so Huber weiter. Die Schule habe sie für diese Herausforderung gut vorbereitet und ausgebildet.

Daran anknüpfend dankte Schülersprecher Tomy Puc Ha in seiner Abschlussrede den Lehrerinnen und Lehrern des IBG sowie seinen Mitschülerinnen und Mitschülern dafür, dass sie ihn als Mensch nachhaltig verändert haben: „Bevor ich an diese Schule kam, war ich ein ruhiger Zeitgenosse, einer der sich immer im Hintergrund aufhielt. Doch mittlerweile habe ich es geschafft, über meinen eigenen Schatten zu springen und verlasse das IBG als Schülersprecher. Ich habe gelernt, vor Leuten zu reden. Und ich habe herausgefunden, dass ich mich gerne engagiere und Verantwortung übernehme.“ Zusammen mit den anderen Abiturientinnen und Abiturienten freue er sich nun auf einen neuen Lebensabschnitt – das Abitur sei der Schlüssel für unzählige Türen: „Egal was uns erwartet, wir sind gerüstet!“

Auf und davon - Praktikum im Ausland

Im Frühling 2011 ging ein großes „HOSSA“ durch die Klasse, als unsere Klassenlehrerin Frau Lebfromm verkündete, dass die Kaufmännischen Schulen Lahr es erneut geschafft hatten, die Förderung des Leonardo Da Vinci Projekts an Land zu ziehen, was nicht zuletzt ihrem und Frau Phaneufs unermüdlichem Engagement zu verdanken war. Merci beaucoup. Ohne diese Finanzspritze der EU hätte sich die Eine oder Andere von uns mit Sicherheit des Öfteren von Wasser und Brot ernähren müssen oder die Wochenendgestaltung wäre auf Wohnung schrubben, Aufräumen, Buch lesen oder sich notgedrungen der Projektarbeit widmen reduziert worden. Mamma Mia!!

Ende August war es dann soweit und die ersten Schülerinnen begannen, sich im europäischen Ausland zu verstreuen, unter anderem nach Polen, Spanien, Frankreich, Italien, Großbritannien und Zypern. Auch das bescheidene Amerika war als Drittland-Außenseiter am Start.

Facebook und Co sei Dank, waren wir trotz der Entfernungen stets sowohl über Pleiten, Pech und Pannen, als auch über die wichtigsten News informiert. Die eigens gegründete Facebook-Gruppe fungierte als ständige Informationsplattform, auf der Bilder, Erfahrungen, Erlebnisse und auch mal so wichtige Fragen wie z.B. „Was war nochmal unser Projektthema?“ oder „Geht euer Passwort für den EU Pass?“ ausgetauscht wurden. Μου αρέσει („Gefällt mir!“ auf griechisch)

Bei einer klasseninternen Umfrage nach dem Praktikum stellte sich heraus, dass wir trotz unterschiedlicher Erfahrungen und Erlebnisse eines gemeinsam hatten – das Gefühl, viel selbstbewusster und sicherer im Umgang mit anderen Sprachen und Kulturen geworden zu sein. Somit bleibt abschließend nur zu sagen, dass das Auslandspraktikum für alle 18 Schülerinnen der BKWEW2 eine absolute Bereicherung war, die wir jederzeit wiederholen würden. In diesem Sinne: Pożegnanie (polnisch für „Auf Wiedersehen”).

Fußballturnier am IBG

Eine echte Sensation gab es im Anschluss an das Schulturnier beim traditionellen Spiel zwischen der Siegermannschaft und einer Lehrerauswahl. Erstmals seit Austragung des Turniers konnte sich die Schülermannschaft durchsetzen. Sie bezwangen die Lehrer in einem denkwürdigen, heiß umkämpften Match mit 3:2 Toren.
Die Niederlage der Lehrer hatte sich bereits im Vorfeld abgezeichnet, da die Mannschaft wieder einmal vom Verletzungspech verfolgt wurde. Als besonders schwerwiegend erwies sich der kurzfristige Ausfall von Topstürmer Sven Schütz. Er war beim Aufwärmen gegen die Sprossenwand gelaufen. Edeljoker Christian Hasenohr wiederum plagt sich schon seit Monaten mit einer hartnäckigen Zahnfleischzerrung herum. Am schlimmsten erwischte es jedoch Abwehrchef Dirk Hähnel. Er zog sich beim Umziehen in der Kabine eine Bänderdehnung in der Unterhose zu. Mannschaftsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt: „Das ist eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit, die ihn bestimmt einige Wochen außer Gefecht setzen wird.“ Hähnels EM-Teilnahme sei jedoch nicht gefährdet.
Teammanager Jörg Magel wollte die Verletzungssorgen nicht als Ausrede gelten lassen. Unmittelbar nach Spielende gab er auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz die sofortige Trennung vom Trainergespann Klaus Schlappner und Udo Lattek bekannt. Konditionstrainer Horst Eckel nahm daraufhin freiwillig seinen Hut. „Nach dieser bitteren, auch in der Höhe völlig verdienten Niederlage mussten wir einfach handeln“, erklärte Magel gegenüber der Fachpresse. Das Trainer-Dreigestirn Schlappner-Lattek-Eckel hatte die Mannschaft in den 60er Jahren von Sepp Herberger übernommen und danach von einem Erfolg zum nächsten geführt. Zuletzt waren aus dem Mannschaftskreis jedoch vermehrt kritische Stimmen laut geworden. Die Spieler beklagten sich über veraltete Trainingsmethoden und viel zu kurze Waldläufe, oft nur von Baum zu Baum. Auch die allseits beliebte Taktiktafel sei immer seltener zum Einsatz gekommen. Stattdessen hätten sich die Trainer nur noch um ihre hochdotierten Werbeverträge mit einschlägigen Bierkonzernen gekümmert.
Für die nächsten fünf Spiele wird nun Michael Skibbe die Mannschaft als Interimscoach betreuen. Die Suche nach einem ernst zu nehmenden Nachfolger auf dem vakanten Trainerposten läuft derweil auf Hochtouren. Teammanager Jörg Magel präsentierte den anwesenden Pressevertretern eine Liste mit 50 Wunschkandidaten, darunter auch er selbst: „Das sind alles Hochkaräter, die ich nun systematisch demontieren werde.“ Einen Journalisten des Kicker, der den Manager fragte, ob er nicht eher „kontaktieren“ statt „demontieren“ meine, verwies Magel umgehend des Raumes und erteilte ihm lebenslanges Stadionverbot. Die Nerven liegen offensichtlich blank. Ein weiterer Grund dafür ist möglicherweise, dass Magel erste vielversprechende Verhandlungen mit Trainerlegende Lothar Matthäus abbrechen musste. Die Spielerfrauen hatten kurzfristig ein Veto eingelegt – aus Sorge um ihre Töchter...

Besuch im Europaparlament

Die Schülerinnen wurden direkt durch das atemberaubende Gebäude in den Plenarsaal geführt, wo sie auf der Besuchergalerie Platz nehmen durften und somit eine ideale Sicht auf das Geschehen hatten. Dank Kopfhörern und einer Übersetzung der Debatte in 24 Sprachen konnten sie die Rednerrunde der Fraktionssprecher zum Thema „Rechtsgrundlage des Schengen-Evaluierungsmechanismus“ bestens mit verfolgen. Anschließend erhielten die Schülerinnen im Besucherzentrum eine anschauliche Präsentation über das Europaparlament und dessen Strukturen. Sowohl die verschiedenen Fraktionen, deren Abgeordnete und Sitzverteilung im Parlament, als auch eine Aufstellung der verschiedenen parlamentarischen Ausschüsse waren unter anderem Teil dieser informativen Gesprächsrunde.

Der Besuch im Europaparlament erwies sich für die Schülerinnen des Dualen Berufskollegs als sehr interessant, da sie besonders aus der Gesprächsrunde viele neue Informationen über diese europäische Institution erfuhren und einen guten Einblick in die politische Arbeit auf europäischer Ebene erhielten.

Abschlussfeier an der Kaufmännischen Berufsschule Lahr

204 Auszubildende waren zur Prüfung angetreten, 9 von ihnen haben die Prüfung leider nicht bestanden. Der Abteilungsleiter der Kaufmännischen Berufsschule, Hermann Eble, gratulierte den Auszubildenden und gab ihnen für ihre berufliche und private Zukunft die besten Wünsche mit.. Als besonders erfreulich stellte Eble die Tatsache heraus, dass er 41 Preise an 38 Prüflinge übergeben durfte. Rund 20 Prozent der PrüfungsteilnehmerInnen haben im Abschlusszeugnis nur sehr gute und gute Leistungen bestätigt bekommen. Dafür erhielten Sie jeweils einen Buchpreis. Im dualen Berufskolleg sind dies Jessica Blümel, Ann-Cathrin Brand, Stefanie Breig, Julia Burkhardt, Carina Hebding, Sandra Herkert, Jennifer Höhne, Johanna Oschwald, Stephanie Rößler, Franziska Roenn, Anna-Lena Schindler, Sabrina Schmid und Nathalie Vix.

Aus den Industrieklassen wurden die Auszubildenden Olga Nickelwart und Matthias Kopp für ihre Leistungen ausgezeichnet. Einen Preis bei den Groß- und AußenhändlerInnen erhielten Stephanie Basler, Steffi Derksen, Nicolas Huber, Arleta Jochberg, Dennis Klebach, Tatjana Langolf, Thomas Lorenz, Daniel Mutz, Daniel Parden, Laura Salzmann, Svenja Schillinger und Daniel Welle.

Im Ausbildungsberuf Bürokauffrau konnten sich Olesja Bauer, Silvia Franke, Anne Gerspach, Lisa-Maria Griesbaum und Daniela Mitlöhner mit besonders guten Leistungen auszeichnen.

Bei den Kauffrauen und Kaufmännern im Einzelhandel sowie den Verkäuferinnen gab es Preise für Daniel Heinitz, Christopher Hochhalter, Adrian Mussler, Julia Rothardt, Denise Walter und Wladimir Weis.

Einen Sonderpreis für die besten Leistungen in den Wirtschaftsfächern erhielten Olga Nikelwart und Nathalie Vix. Der Preis wurde vom Förderverein der Kaufmännischen Schulen gestiftet. Wäre die Abschlussfeier der Kaufmännischen Berufsschule so etwas wie die Oscar-Verleihung, dann dürfte sich Olga Nikelwart als die große Gewinnerin fühlen. Für sie gab es nämlich auch noch den Hebelpreis für die besten Leistungen im Fach Deutsch.

Der Schulleiter der Kaufmännischen Schulen/ des IBG Lahr, Herbert Huber, gratulierte den BerufsschülerInnen ebenfalls zur bestandenen Prüfung. „Die gute Bildung und Ausbildung, die Sie bei uns und in den Betrieben erhalten haben, eröffnet Ihnen Lebenschancen – sie macht Sie unabhängiger und frei“, stellte Huber fest. Für die Zukunft machte er den Auszubildenden Mut. Sie seien auf dem Arbeitsmarkt gesucht und begehrt und würden angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels bald noch begehrter sein. „Nutzen Sie diese Chance“, appellierte er abschließend an die SchülerInnen.

Herausragende Leistungen müssen natürlich gebührend gefeiert werden. So bot sich den Auszubildenden im Anschluss an die Zeugnis- und Preisübergabe bei einem Sektempfang die Möglichkeit, mit ihren KlassenkameradInnen, PartnerInnen und LehrerInnen auf die Prüfung und die abgeschlossene Schulzeit anzustoßen.

Wasser spendet Leben

Nachdem die historische Bedeutung des Wassers für die Industrialisierung sowie religiöse Aspekte des Wassers als Symbol in unterschiedlichen Zivilisationen erarbeitet waren, hatten die Schüler im März die Möglichkeit, an zwei Projekttagen in Freilanduntersuchungen die Qualität des Wassers im Verlauf der Schutter zu untersuchen. Sehr motiviert zeigten sich die Schülerinnen und Schüler bei den Probenahmen und der anschließenden biologischen und chemischen Analyse. Die Ergebnisse erstaunten und erfreuten manche Schüler, war doch die Wasserqualität in allen Proben gut – die größer werdende Entfernung zur Quelle und der damit ebenfalls steigende Einfluss des Menschen konnte der Wasserqualität kaum Abbruch tun. Selbst die chemischen Analysewerte des Rheins, in den die Schutter schließlich mündet, ließen Manchen überlegen, im Sommer zum Baden in den Fluss zu springen.

6 Schülerinnen und Schüler durften als Höhepunkt des ersten Projektjahres vom 19.-25. Mai 2012 in Begleitung von Frau Budig und Herrn Dr. Raber mit Plakaten und Präsentationen im Gepäck zur Partnerschule nach Debrecen, Ungarn, reisen.

Dorthin kamen auch Jugendliche der Partnerschulen aus Schweden, Spanien und Polen, so dass die Lahrer TeilnehmerInnen neben der Projektarbeit nicht nur Einblick in das Leben der äußerst gastfreundlichen Ungarn bekamen, sondern auch in Kultur und Sprache der anderen beteiligten Länder.

Noch in diesem Schuljahr ist geplant, den beteiligten Schülerinnen und Schülern, interessierten Eltern und LehrerInnen des IBG die Ergebnisse des ersten Jahres an einem Präsentationsnachmittag vorzustellen, bevor das auf zwei Jahre angelegte Projekt dann in die zweite Phase übergehen kann, in der wirtschaftliche und soziokulturelle Gesichtspunkte im Vordergrund stehen werden.

Klassenfahrt zur ordentlichen Hauptversammlung der ­EnBW

Ganz objektiv und mit vorrangig wirtschaftlichem Interesse wollten sich die Lahrer SchülerInnen bei der EnBW-Hauptversammlung über die momentane Lage eines seit der ­Mappus-Affäre und dem Unglück in Fukushima vermehrt in die Kritik geratenen Unternehmens informieren.

Nach Berichterstattung des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Claus Dieter Hoffmann, präsentierte der Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis alle wichtigen Zahlen zur EnBW - einem der vier großen Energieversorgungsunternehmen in Deutschland. Zwar glänzte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr mit gestiegenen Umsatzahlen (über 18 Mrd. €), beim operativen Ergebnis konnte man dann jedoch die tatsächliche Situation der EnBW erkennen (Verlust: -815,9 Mio. €). Später erhielten die Aktionäre und Aktionärinnen oder deren VertreterInnen die Gelegenheit, sich zu Wort zu melden und Fragen zu stellen. Einer der Aktionäre war Mathias ­Gäbler, der kein Blatt vor den Mund nahm und sowohl Aufsichtsrat als auch Vorstand verbal ­attackierte und kritisierte. Zitat: „Herr Villis, Sie wollen doch in On- und Offshore Windparks investieren, dann sorgen Sie dafür, dass Herr Hoffmann von seinem Stuhl gleich mit weggeweht wird.“

Insgesamt war es eine sehr erfahrungsreiche Exkursion, die jeder Wirtschaftsklasse uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Bericht: Artur Merker

Besuch von Dr. Kurt Maier am IBG

Heute ist er 82 Jahre alt und vermag mit seinen Erinnerungen immer noch Schülerinnen und Schüler der „Generation Handy“ über eineinhalb Stunden hinweg zu fesseln. So auch am Dienstagnachmittag , als sich etwa 80 SchülerInnen aus der Eingangsklasse des IBG in der Aula eingefunden hatten, sehr gespannt auf den Vortrag eines der letzten Zeitzeugen der NS-Zeit. Gerade erst aus Washington, wo er seit Jahrzehnten lebt und immer noch an einer öffentlichen Bibliothek arbeitet, eingetroffen („Mit einer Tablette habe ich gut geschlafen und den JetLag verdrängt“, Zitat Dr. K.Maier), erzählte der Referent so anschaulich und authentisch, wie es eben nur einem Zeitzeugen möglich ist, von seiner Kindheit und Jugend in Kippenheim. Von den freundschaftlich-normalen Beziehungen zu den christlichen Nachbarn (und Hausangestellten), von der allmählichen Vergiftung der Atmosphäre, von der zunehmenden Diskriminierung und Ausgrenzung der Juden (kein Radio, keine Fahrräder, keine Haustiere mehr durften sie besitzen, ihre Berufe nicht mehr ausüben...) bis hin zur ersten krassen Gewaltanwendung in der Pogromnacht vom 9.zum 10.November 1938. 

Schließlich die Deportation: Am helllichten Tage wurden sie auf Armee-LKWs verfrachtet, alte Menschen , die kaum ihre Koffer heben konnten, Kinder, die in aller Eile aus der Freiburger „Judenschule“ zurückgeholt worden waren. Nach mehrtägiger Bahnfahrt erreichten sie das Lager Gurs in Südfrankreich: Kälte, Hunger, Schlamm und unerträgliche hygienische Verhältnisse prägten dort den Alltag. Doch die Maiers hatten mehrfach Glück: Kurt überlebt die damals fast immer tödlich endende Diphterie. Und: Etliche Verwandte waren schon lange zuvor in die USA ausgewandert. Diese kümmerten sich um Visa und stellten die für eine Einreise (fast alle Länder hatte ihre Grenzen für jüdische EmigrantInnen geschlossen!!) erforderlichen Garantien (Wohnung, Erwerbsmöglichkeit). So konnte die Familie 1941 über Marseille und Casablanca dem NS-Horror entkommen – die meisten der in Gurs Internierten wurden bald darauf nach Auschwitz gebracht und dort ermordet.

Als „eine ganz besondere Geschichtsstunde“ war der Vortrag den SchülerInnen angekündigt worden – sie/er wird ihnen mit Sicherheit unvergesslich bleiben.

Bericht: Luise Teubner

"Migrationshintergrund – na und?“

30 SchülerInnen der Klasse 11/3 haben dazu vor einem Jahr im Gemeinschaftskundeunterricht mit ihrer Lehrerin Luise Teubner das Projekt „Fremde Wurzeln: Migrationshintergrund – na und?“ entwickelt. Den SchülerInnen war aufgefallen, dass exakt die Hälfte der Klasse einen sogenannten Migrationshintergrund hat – was eigentlich wenig erstaunlich ist angesichts der Tatsache, dass in Lahr knapp 100 Nationalitäten, 4100 AusländerInnen und fast 10 000 SpätaussiedlerInnen leben.

In Zweiergruppen, jeweils bestehend aus einer Person mit und einer ohne „fremde Wurzeln“, gingen die SchülerInnen den jeweiligen Migrationsgeschichten nach - der eigenen, die der Eltern oder auch der Großeltern. Die Aufgabe lautete: Erkunden Sie mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner die Geschichte von ihrer/seiner Familie und dokumentieren Sie diese Geschichte in einem etwa 4-6-seitigen Dossier sowie in einem Plakat, das später in einer Ausstellung präsentiert wird.

Konkret versuchten die SchülerInnen, folgende Fragen zu beantworten: Wo sind denn die „Wurzeln“ der „fremden“ Familie? Was veranlasste sie nach Deutschland zu kommen? Welche Erfahrungen machte/n sie hier: Wie wurde/n sie aufgenommen? Wie schnell gelang die Integration/ wo gab es Hindernisse/ welche? Welche Rolle spiel(t)en a) die Sprache und b) die Arbeit dabei? Gibt es noch Beziehungen zur „alten Heimat“? Wie werden Erinnerungen „wachgehalten“? usw.

Artur Merker hat mit seinem Projektbeitrag „Mein weiter Weg (von Kasachstan) nach Lahr“ nun einen 2. Preis beim Landtagswettbewerb zur politischen Bildung errungen. Medine Duran, Larissa Harter und Ines Mayer haben für ihren Beitrag zur Migrationsgeschichte der kurdischen Familie Duran einen 3.Preis bekommen. Die SchülerInnen wurden jeweils mit einer Urkunde sowie einem Sachpreis prämiert.

Ökumenischer Ostergottesdienst

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Eingangsklassen und der Jahrgangsstufe 1 führten die beiden Religionslehrer/innen Christiane Rieger-Stump und Frank Heck durch die Liturgie. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten ein kleines Rollenspiel in Anlehnung an das Matthäusevangelium 25,14-30 von den anvertrauten Talenten und trugen außerdem einige Gedanken zu „falschem Ehrgeiz“ und „Ehrgeiz als gutes Streben“ vor. Frank Heck bezeichnete in seinem Beitrag das Fasten als ein bewusstes Umdenken, ein neues Ausrichten auf Gott und betonte gleichzeitig, dass Gott ein Freund des Lebens sei.

Christiane Rieger-Stump wiederum stellte die spannende Frage, ob das Urteil „Gut genug!“ nicht im Widerspruch zum Auftrag einer gewissenhaften Lehrkraft stehe, die ja ständig versuche, neue Höchstleistungen aus den Schülerinnen und Schülern herauszukitzeln. Sie appellierte an sich und ihre Kolleginnen und Kollegen, die individuellen Leistungen der Schüler/innen noch stärker zu beachten und zu würdigen. Die christliche Botschaft biete dabei besonderen Trost und Stärkung: Jenseits aller (erfolgreichen oder gescheiterten) Bemühungen hat der Mensch einen Wert an sich – Gott ruft jedem Menschen zu: „Du bist gut genug, so wie du bist!“ Abschließend las Frau Rieger-Stump einen Auszug aus dem Märchen „Das Leben umarmen“ von Andrea Schwarz vor und ermunterte die Gottesdienstteilnehmer dazu, so wie die Figuren im Märchen die eigene Lebensmelodie zu finden.

Wie in den Vorjahren lag ein besonderer Reiz des Gottesdienstes in den musikalischen Beiträgen von Schulchor, Schulband und Solosängern unter der Leitung von Oliver Schätzle. Den Auftakt machte Hannah Engel, die zusammen mit Chor und Orchester in gewohnt eindrucksvoller Manier den Titel „Circle of life“ von Elton John vortrug. So was nennt man wohl „stimmgewaltig“. Miriam d’Adamo sang mit „Nessaja“ einen der größten Hits von Peter Maffay und dürfte damit bei manchem Zuhörer ein Gefühlschaos zwischen Nostalgie und Melancholie ausgelöst haben: „Irgendwo tief in mir, bin ich ein Kind geblieben“.
Aus keiner Castingshow mehr wegzudenken ist „Run“ von Leona Lewis. Anne Schwörer hätte mit ihrer Version sicherlich alle Chancen auf die Entscheidungsshows – muss ja nicht unbedingt beim Bohlen sein, den schaut eh keiner mehr... Gänsehautfeeling pur gab es dann bei einem der weniger bekannten Songs von Lady Gaga „You fooled me again“ – dieser wurde von Miriam Hunte mit so viel Intensität und Leidenschaft vorgetragen, dass man sich wünschte, sie würde ewig das Abitur wiederholen, nur um der Schule erhalten zu bleiben.
Das Thema des Gottesdienstes legte es nahe, der Graf und seine Band Unheilig mit „Geboren um zu leben“ durften natürlich nicht fehlen. Geradezu prädestiniert für diesen Act war Verwandlungskünstler Patrick Müller, der wie immer einen denkwürdigen Auftritt hinlegte. Wer jetzt noch steif auf der Kirchenbank saß, kam spätestens beim begeisternden „Mighty to save“ von Hillsong in Bewegung. Felix Wüger und seine Band schafften es ohne Probleme, die Zuhörer/innen zum Mitsingen und –klatschen zu animieren.
Einen perfekten Abschluss bildete der Auftritt von Deniz Yasar und Miriam Hunte mit „Wann fängt das Leben an“ von Xavier Naidoo. Und was soll man sagen, es fällt (zumindest stimmlich) immer schwerer, einen Unterschied zwischen Deniz und seinem großen Idol festzustellen – Prädikat „Weltklasse“! Schließlich bleibt noch die ebenfalls hervorragende Leistung von Tonmeister Dirk Hähnel zu würdigen, der laut Oli Schätzle in diesem Jahr „einen besonders guten Job gemacht hat“. (swat)

 

Projekt "IBG trifft Grundschule"

Die Grundschüler und Grundschülerinnen ergriffen begeistert die Möglichkeit, zu den Themen Ernäherung und Wasser chemische Experimente zu machen. Warum wird ein Apfelschnitz braun? Wie kann man Fett und Stärke in Lebensmitteln nachweisen? Wieso ist Rotkohl ein Indikator? Diesen Fragen wurde eifrig experimentell nachgegangen und oft gab es überraschende Ergebnisse. Am meisten staunten die kleinen Forscher über das Aufblasen eines Luftballons mit Hilfe von Backpulver und Essig. Den Schülern und Schülerinnen des IBG machte es großen Spaß, ihr Wissen an die Nachwuchsforscher weiter zu geben. Mit viel Engagement und Kreativität bereiteten Sie trotz Abitur dieses Projekt vor und bereiteten den Gästen einen spannenden und erlebnisreichen Vormittag, den diese nicht so schnell vergessen werden.

Den krönenden Abschluss bildete der Start von Brausetablette-Raketen mit großem Knall, der viele Grundschüler und Grundschülerinnen zu spontanen Freudensprüngen und Überraschungsausrufen anregte.

Alle Beteiligten sind sich einig das Projekt weiterzuführen um bald das 10-jährige Jubiläum zu feiern zu können.

Frau Fehrenbach-Isele , Konrektorin der Ludwig-Frank-Schule dankte den IBG-Schüler und Schülerinnen für die gute Vorbereitung und den reibungslosen Ablauf des Projekts.

Ausgezeichnete Projektarbeit am Dualen BK

Dort wurde der etwa 100 Seiten umfassende Bericht von einer Fachjury überprüft und bewertet.

Erstmals in der Geschichte des Dualen Berufskollegs in Lahr wurde dabei die Qualität eines Projektes mit der Auszeichnung "Good-Practice" bedacht, wofür die Schülerinnen eine Urkunde erhielten.
 

Übungsfirmenmesse in Kehl

Mit über 600 Besuchern, 22 ausstellenden Übungsfirmen und 9 Sponsorenständen hat diese Messe die an sie gestellten Erwartungen mehr als erfüllt. Unsere Schule war an diesem Gelingen in mehrer Hinsicht beteiligt: Als Mitorganisator, als Aussteller und als Besucher. Gleich vier Übungsfirmen unserer Schule haben auf der KLAR-Übungsfirmenmesse ausgestellt: Kidz Paradise GmbH (1BK1W3), Heating & Print Gmbh (1BK1W1),  Blue Kadee GmbH (1BK1W2) und Wave Paper GmbH (2BFW1/1). Außerdem besuchten auch mehrere unserer BFW- und 11er-Klassen die Messe, um dort ... ja was eigentlich zu tun?

Auf einer Übungsfirmenmesse handeln Schülerinnen und Schüler als VertreterInnen ihrer Übungsfirma. Sie präsentieren ihre Waren, führen Verkaufsgespräche mit den Messebesuchern, schließen Kaufverträge ab und schaffen so den Umsatz, der nötig ist, um ihr Unternehmen am Markt bestehen zu lassen. Außerdem haben sie die Gelegenheit, das Geld, das sie selbst in ihrer ÜFA verdient haben, bei den anderen Übungsfirmen auszugeben, indem sie dort Waren bestellen. OK, Waren und Geld sind virtuell, aber das ist auch gut so, denn eventuelle Verluste bleiben so auch virtuell. Alles andere hingegen ist SEHR real.

Auch das Rahmenprogramm der Messe war gut. Man konnte sich bei den Sponsorenständen über Ausbildungsangebote, Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten informieren. Außerdem gab es viele interessante Vorträge zu Themen wie Werbung, Mitarbeiterführung, Bewerbungsverfahren oder Existenzgründung. Der absolute Knaller aber war natürlich der Auftritt von Deniz Yasar und Herrn König zur Eröffnung der Messe. Im Schüler-Lehrer-Doppelpack (Gesang + Akustikgitarre)  brachten sie mit "Dynamite" und "Follow me" die ganze Messehalle zum Grooven.

Das Ergebnis des Messetages kann sich sehen lassen. Die Kidz Paradise GmbH zum Beispiel hat mit fast 70.000 Euro Umsatz bei ihrer ersten Messeteilnahme ein super Ergebnis erzielt. Und nicht nur das, wir haben auch beim Wettbewerb um den besten Messestand den zweiten Platz errungen. Das Wichtigste aber ist, dass es den Messeteilnehmern gut gefallen hat, und da lässt man sie am besten selbst zu Wort kommen:

Angelina H.: „Es war ein schönes Erlebnis, einmal auf einer Messe zu kaufen, aber auch zu verkaufen. Das war mal etwas ganz anderes als sonst und ich würde nächstes Mal wieder teilnehmen.“
Andreas S.: „Die Verkaufsgespräche haben mir sehr viel Spaß gemacht und es war auch sehr interessant zu sehen, wie andere Übungsfirmen das machen. Ich hatte es mir nicht so gut vorgestellt.“
Laura M.: „Es war eine gute Erfahrung, die jeder machen sollte, der einen kaufmännischen Beruf anstrebt.“

Und wenn nächstes Jahr wieder eine KLAR-Übungsfirmen-Messe stattfindet, dann heißt es für euch hoffentlich auch: Klar geh’ ich hin!

Russische Austauschschüler am IBG

Dem standen bei der Ankunft am Lahrer Bahnhof die ersten sonnig-warmen Frühlingstage gegenüber. Schulleiter Herbert Huber stellte in seiner Begrüßungsrede jedoch fest, dass trotz aller klimatischen und kulturellen Unterschiede, auch viele Gemeinsamkeiten zwischen Gästen und Gastgebern vorhanden sind. Das sei ihm sofort aufgefallen, als er die Steckbriefe gelesen habe, die ihm im Vorfeld von den Schülerinnen und Schülern aus Russland zugegangen waren. Die Begeisterung beispielsweise für Fußball, Tanzen und gutes Essen teile nicht nur er, sondern auch viele andere Menschen in Deutschland. Er wünsche sich, dass beide Seiten den Austausch dazu nutzen, noch mehr voneinander zu lernen, so Huber.

Als Vertreter des Schulträgers hieß Bernhard Kohler vom Landratsamt Ortenaukreis die Gäste aus Russland ebenfalls herzlich willkommen. Das Austauschprogramm biete ihnen die großartige Möglichkeit, besonders intensive Eindrücke und Erfahrungen in Deutschland zu sammeln und bei den Begegnungen mit den deutschen Mitschülern und Gastfamilien den eigenen Horizont zu erweitern. „Nur wer etwas Neues wagt, kann sich persönlich weiterentwickeln“, betonte Kohler, der alle Beteiligten dazu ermutigte, den Austauschweg konsequent weiter zu gehen.

Die Austauchschüler/innen stammen aus den Dörfern Zwetnopolje und Alexandrowka, die jeweils ungefähr eine Stunde von der sibirischen Metropole Omsk entfernt liegen. Mit einer Projektarbeit hatten sie im vergangenen Jahr den 1. Preis beim Wettbewerb des Goethe-Instituts Russlands zur sprachlichen Förderung der russlanddeutschen Minderheit und damit die Reise nach Deutschland gewonnen. Begleitet werden die 20 Schüler/innen von ihren Lehrerinnen Marina Bekker und Olga Schulz, von Seiten des IBGs ist Frau Friederike Posega für das Austauschprojekt verantwortlich.

Am Integrierten Beruflichen Gymnasium in Lahr können Schüler/innen seit einigen Jahren Russisch als zweites Sprachfach neben Englisch wählen. Für die deutschen Schülerinnen und Schüler, die nun zunächst als Gastgeber an dem Projekt teilnehmen, ist der Austausch ebenso eine Bereicherung wie für ihre Gäste. Während des zweiwöchigen Aufenthalts besuchen sie gemeinsam den Schulunterricht, arbeiten zusammen in einem Projektworkshop und unternehmen Ausflüge nach Baden-Baden, Straßburg und Freiburg sowie zu den Vogtsbauernhöfen in Gutach. Dabei können sie ganz praktisch ihre Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz verfeinern. Der Gegenbesuch in Russland ist für nächstes Jahr geplant – ein Temperaturschock lässt sich auch da höchstwahrscheinlich nicht vermeiden.

Besuch von Staatssektretär Dr. Mentrup

Besonders beeindruckt zeigte sich der Staatssekretär von den hochmotivierten Schülerinnen und Schülern der fünf Übungsfirmen am Berufskolleg und der Berufsfachschule Wirtschaft. In persönlichen Gesprächen ließ er sich von den Schülerinnen und Schülern die einzelnen Abteilungen und Geschäftsabläufe in den Übungsfirmen erklären. Der 47-jährige Bildungspolitiker war derart fasziniert, dass er sogar vom (fiktiven) Kauf eines Schaukelpferds, Marke „Little Miss Sunshine“, überzeugt werden konnte.

Mentrup lobte das praxisnahe, nach seinen Worten gar „praxisidentische“ Unterrichtskonzept. Die Tatsache, dass reale Betriebe immer öfter gezielt Schüler/innen aus den Übungsfirmen rekrutieren, mache deutlich, dass an den beruflichen Vollzeitschulen eben nicht nur ein Bildungsabschluss vermittelt, sondern gleichzeitig auch die Ausbildungsreife gefördert werde. Die Schüler/innen hätten ihm außerdem klar gemacht, dass ihnen der Wechsel ins berufliche Schulwesen wichtige Impulse sowohl für die Karriereplanung als auch für die Persönlichkeitsentwicklung gegeben habe, erklärte Mentrup.

Nach der Mittagspause in der schuleigenen Mensa, widmete sich Mentrup am Nachmittag einem etwas unbequemeren Thema. In einer Gesprächsrunde stellten die Referendarinnen und Referendare dem Staatssekretär ihre unbefriedigende Einstellungssituation dar. Zum einen zeigten sie sich enttäuscht von der mangelhaften Informationspolitik bezüglich ihrer Einstellungschancen, vor allem aber kritisierten sie die zunehmende Konkurrenz durch Bewerberinnen und Bewerber von den allgemeinbildenden Gymnasien. Im Gegensatz zu diesen hätten sie sich schon im Vorbereitungsdienst ganz bewusst für das berufliche Schulwesen entschieden und seien durch ihre Ausbildung an Schule und Seminar hervorragend für die beruflichen Schularten qualifiziert. Dementsprechend forderten sie eine vorrangige Einstellung für die Referendarinnen und Referendar aus dem beruflichen Schulwesen sowie insgesamt eine weitsichtigere Planung in der Personalpolitik.

Dr. Frank Mentrup reagierte mit großem Verständnis auf die Sichtweise der Referendare. Gleichzeitig wies er auf die „schwierige Gesamtkonstellation“ hin, mit der sich die Bildungspolitik in Baden-Württemberg derzeit konfrontiert sehe. Zum Einen fehle durch das Auslaufen des G9 künftig ein ganzer Jahrgang an den allgemeinbildenden Gymnasien. Zum Anderen falle die Grundschulempfehlung weg, so dass die Stellenplanung für Realschule, Gemeinschaftsschule und Gymnasium zunehmend erschwert werde. Vor diesem Hintergrund wolle man sich im Kultusministerium möglichst viel Gestaltungsfreiraum lassen. Mentrup sagte jedoch zu, sich für eine Verlängerung der Hauptausschreibungsphase sowie für größere Transparenz einzusetzen. Die Referendarinnen und Referendare hätten ihm dazu wichtige Argumente geliefert, so der Staatssekretär.

Zum Abschluss seines Besuches bedankte sich Mentrup beim Schulleitungsteam, sowie bei den Lehrer/innen und Schüler/innen für die engagierte und erfrischende Präsentation ihrer Schule. Er habe sich an der „Wiege des SG“ (das sozialwissenschaftliche Gymnasium in Lahr ist das älteste in Baden-Württemberg) sehr wohl gefühlt.