Neue Schüler- und Elternvertreter

Iliham Arouna aus der Jahrgangsstufe 2 ist neuer Schülersprecher an der Kaufmännischen Schule/dem Integrierten Beruflichen Gymnasium (IBG) Lahr. Bei der ersten SMV-Sitzung des aktuellen Schuljahres setzte sich der angehende Abiturient in geheimer Abstimmung gegen eine Vielzahl an Mitbewerbern durch. Ihm zur Seite stehen drei Stellvertreterinnen: Kristina Fütterer (BK1), Michelle Lambertz (SG 13) und Meike Schmalz (SG 13). Auch die Elternvertretung am IBG Lahr wurde neu aufgestellt. Lutz Heiermann ist neuer Elternbeiratsvorsitzender, zu seinem Stellvertreter wurde Stefan Schäfer gewählt. Schulleiterin Claudia Cassiani bedankte sich sowohl bei den Schüler- als auch bei den Elternvertretern für ihre Bereitschaft, das Schulleben verantwortlich mitzugestalten und sicherte ihnen eine gute Zusammenarbeit zu.

“Join [and celebrate on] the European table” – Erasmus in der EU und hautnah in Lahr

Vor einer Woche gab es trotz Corona-Tristesse wieder mal etwas zu feiern: Am 15.10. wurden europaweit die Erasmusdays gefeiert. An der Kaufmännischen Schule Lahr konnte dabei die neue Erasmusgruppe der Jahrgangsstufe 1 sowie die französische Austauschschülerin Liza Bleogat am „European table“ Platz nehmen.

Als Vorbereitung zur Feier recherchierte die Gruppe zuerst zum Thema Migration, um im Anschluss virtuell mit den europäischen Partnern zu feiern. Das Ziel, dass alle Schülerinnen, die im Moment einen zweimonatigen Aufenthalt an einer der Partnerschulen machen, live von ihren Erfahrungen berichten konnten, glückte. Insgesamt nehmen an dem von der EU geförderten Projekt fünf Schülerinnen aus drei verschiedenen Nationen (Frankreich, Deutschland, Polen) teil. Dabei traf die Gruppe z.B. auch  IBG-Schülerin Anna-Luisa Strick, die derzeit in der Bretagne die Schule besucht und begeistert von ihrem Aufenthalt berichtete. Auch Schüler vom letzten Jahr resümierten ihre Ersamus-Erlebnisse, was die neue Erasmustruppe beeindruckte und motivierte. Insgesamt waren ca. 30 Schülerinnen und Lehrer aus allen sechs Partnerländern beim Meeting dabei.

Die französische Austauschschülerin Liza fühlt sich am IBG schon heimisch, wozu auch die engagierte Betreuung ihrer Gastschwester und Schulpatin Lola Ehinger beigetragen hat. Damit Liza sich auch selbst verständigen kann, trifft sich die Erasmus-Gruppe mehrmals wöchentlich zum Deutschlernen in der Freizeit. Auch die Schule und deren betreuende Lehrer versuchen den „Wohlfühl- und Gruppenfaktor“ zu stärken, weshalb vor zwei Wochen ein Ausflug zu den Vogtsbauernhöfen unternommen wurde. Liza selbst setzt sich in Lahr für Bedürftige ein und hilft in einem Sprachkurs des "Freundeskreis Flüchtlinge Lahr" mit.

Ihr habt Lust mehr über Erasmus+ und die Erlebnisse der beteiligten Mitschüler erfahren? Dann klickt und bestaunt hier die wöchentlichen Beiträge:  https://twinspace.etwinning.net/78360/home oder hier die vergangenen Projekte: https://www.erasmusplus.de/service/bewilligte-projekte/

 

5 Jahre „Wir schaffen das“ – Er hat es geschafft!

Der geflüchtete Pakistani Atif Aman bekommt 2019 sein Abschlusszeugnis in der Turnhalle der Kaufmännischen Schule Lahr überreicht – seiner ehemaligen Notunterkunft. Mittlerweile besitzt er sogar schon den nächsten Abschluss.

In vielen nationalen Zeitungen und Zeitschriften sind in diesen Tagen Berichte über den September 2015 zu finden. Jene Tage, in denen in Ungarn tausende geflüchtete Menschen unter katastrophalen Umständen ausharrten, mit ungewisser Zukunft.  Dies waren auch die Tage, an denen Bundeskanzlerin Merkel mit den Worten „Wir schaffen das“ den Weg bereitete diese Menschen in Deutschland aufzunehmen. Mittlerweile dürften sich diese zu geflügelten Worten der Kanzlerin entwickelt haben – für manche bezeichnend für Humanität, für andere bezeichnend für Verrat. Seither haben sich Meinungen zu Positionen verfestigt, gar Gräben in der Gesellschaft gebildet. Nun, beim fünfjährigen Rückblick werden Kostenrechnungen erstellt, Meinungsumfragen analysiert und internationale Koalitionen verhandelt. Hier soll aber eine andere Perspektive eingenommen werden, es soll nicht über die Geflüchteten, sondern ganz speziell von einem Geflüchteten und ehemaligen Schüler der Kaufmännischen Schule/IBG Lahr selbst erzählt werden: von Atif Aman.

Als im Herbst 2015 schnell viele geflohene Menschen untergebracht werden mussten, wurden im ganzen Land Turnhallen zu provisorischen Unterkünften umfunktioniert. Auch hier in Lahr, an der Kaufmännischen Schule oberhalb des Stadtparks. Atif Aman war einer der 54 Beherbergten.
Um dorthin zu gelangen, habe er eine 1 ½ Monate dauernde Route von Pakistan aus zurückgelegt. Einen Großteil davon zu Fuß. Flüchten habe Aman aufgrund einer verschärften politischen Situation gemusst. Zusammen mit seinem Bruder hätte er einen kleinen Betrieb für Nahrungsmittel geführt. Als der Bruder, ein Angehöriger einer kleineren Partei, für ein politisches Amt kandidierte, sei der Druck zu groß geworden.  Seine Brüder seien nach Saudi Arabien und Dubai geflohen, er will sich aber eine Zukunft in Europa aufbauen. In der Türkei musste er sich aber zunächst „wie ein Tier“ verstecken, so Atif. Mit dem Schiff sei er dann nach Griechenland gekommen, um dann abermals zu Fuß die sogenannte Balkan-Route zu bestreiten. Dabei sei er mit seinen Begleitern in Ungarn zwei Tage inhaftiert gewesen. Nur mithilfe eines Rechtsanwaltes hätten sie weiterziehen können. Nach der Registrierung in Deutschland wurde Aman zunächst im Raum Karlsruhe untergebracht, bevor er mit 54 anderen Menschen in der Sporthalle verlegt wurde. „Wie ein schlechter Traum“ kamen ihm diese Wochen in der Halle vor, in der üblicherweise die Sportkurse der Schule unterrichtet werden. Durch mangelnde Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten wäre es immer wieder zu Konflikten mit den unbekannten Mitbewohnern gekommen. Im Januar kam aber dann endlich die erlösende Nachricht einer anderen Unterbringung.

Trotzdem blieb eine Verbindung zur Sporthalle erhalten, allerdings eine erfreuliche: Im Sommer 2019 wurde Aman dort sein Abschlusszeugnis, nach einer zweijährigen Ausbildung zum Verkäufer überreicht. Mit ihm wurden noch zwei weitere ehemalige Sporthallen-Mitbewohner beschult. Alle haben den Gesellenbrief bei der IHK zum Verkäufer bestanden. Doch für Aman, der die „berufliche Herausforderung im Einzelhandel“ sucht, sollte das nicht das Ende sein, er fügte noch das dritte Ausbildungsjahr zum Einzelhändler hinzu. Seit seiner Ankunft in Deutschland hat er nach einer Aushilfstätigkeit bei einer Fast Food Kette und einer Einstiegsqualifikation mit anschließendem Ausbildungsvertrag schon viele Bereiche des Einzelhandels kennengelernt. Dabei sei ihm die Unterstützung durch die KollegInnen, Unternehmen, KlassenkameradInnen und LehrerInnen aufgefallen. Hier habe er eine „Bereitschaft zur Hilfe“ erfahren. Mit diesem Interview möchte er auch nochmals die Gelegenheit nutzen dafür „Danke“ zu sagen. Gleichzeitig bewies er auch sich für die Klasse einsetzen zu wollen, ließ sich als Klassensprecher aufstellen und wurde gewählt. Im Kundenkontakt beim Betrieb möchte er darauf einwirken, „Vorbehalte abzubauen“.

Erstaunlich ist der Optimismus, den er sich erhalten hat, denn zwei Jahre lang schwebte der Asylantrag im Ungewissen. Zwar wurde dieser dann vorläufig positiv beschieden, aber im August dieses Jahrs lief dann die Arbeitserlaubnis aus. Drei Wochen bangte Aman wieder um seine Zukunft, ohne gültige Papiere, behielt aber die Hoffnung, denn, „wenn man denkt, es wird schlimm, wird es schlimm“.  Mitte September wurde aber die Bescheinigung um zwei Jahre verlängert. Somit kann er seine 75 % Stelle im Einzelhandel weiter fortführen.
Zukünftig strebt er eine 100 % Stelle an, da ihm die Arbeit Spaß bereite. Vielleicht kann er dabei auch noch mehr Menschen von seiner neuen kulinarischen Kreation überzeugen: deutsche Spätzle mit pakistanischer Curry Suppe.  
Auf Rückfrage, am Ende des Gesprächs, wie Herr Aman denn in so kurzer Zeit der deutschen Sprache mächtig werden konnte, erzählte er, dass er außer dem Deutschunterricht in der Schule noch nie einen Deutschkurs besucht habe. „Wenn man will, dann kann man auch das schaffen“, so das Credo dieses außergewöhnlichen (ehemaligen) Auszubildenden und Schülers.

„In der Kürze liegt die Würze“ – der Abiball am Integrierten Beruflichen Gymnasium Lahr

Als „WasABI – den schärfsten Jahrgang aller Zeiten“ bezeichneten die Abiturienten sich selbst mit ihrem Motto. Die Definition von Schärfe ist bekanntlich individuell. Dies zeigte sich auch in den gewählten Outfits, von Pailletten, über Spitze, zu Hosenträgern und kurzer Hose, testete sich jeder verschiedenartig aus.

Der vollendete Geschmack komme mit der Würze, welche nicht nur aus der Geschmacksrichtung „scharf“ bestehe, so die Direktorin Claudia Cassiani in ihrer Ansprache. Sie fügte noch Aromen wie „süß“ und „salzig“ hinzu, denn so erst komme Vielfalt ins Leben. Cassisani, als auch der folgende Abteilungsleiter des Beruflichen Gymnasiums Scherwath, betonten ihre Freude darüber nach diesem turbulenten Schuljahr überhaupt die Abiturienten in einer Abendveranstaltung als Jahrgang mit ihren Angehörigen (insgesamt unter 500 Personen) ehren zu können. So dankten beide der Narrenvereinigung Schuttern, dem Hausmeister und der Gemeindeverwaltung Schuttern, die dieser Veranstaltung erst ermöglicht hatten.

Im Schreibprozess seiner Rede begab sich Scherwath auf die Suche nach einem Thema außerhalb des omnipräsenten Virus und fand sein Motto in einem Schüleraufsatz. „The way to greatness is paved with hardships” schrieb der Jahrgangsbeste Abiturient Alexander Moor. Aufgrund von vielen „hardships“ [Nöten] seit Januar fragte sich Scherwath, ob er „noch fühlen“ könne. Doch zwei Ereignisse der näheren Vergangenheit hätten ihm dies signalisiert: die Genehmigung der feierlichen Zeugnisvergabe und die Geburt seines zweiten Sohnes. Das resultierende erhabene Gefühl [greatness] teilten die Abiturienten auf der Bühne und die anwesenden Eltern im Zuschauerraum. Um die Absolventen trotz Einschränkungen angemessen zu würdigen, bekamen alle zu Zweit oder Dritt ihr Zeugnis auf der Bühne überreicht. Dabei offenbarten sie bei der Wahl des jeweils individuellen Einzugs-Liedes ihren Musikgeschmack, der nicht immer den des Abteilungsleiters traf.

Mit den Schülersprecherinnnen Marie Siefert und Lara Schabinger kamen die Abiturienten selbst auch zu Wort. Sie dankten den Beteiligten (Schulleitung, LehrerInnen, TutorInnen und auch den Eltern) ihres Erfolges.
Immer wieder spickte die Musik-AG unter der Leitung von Oliver Schätzle mit Gesang von Pauline Bauer und Don Amadeus Schewe die Veranstaltung mit einem Ohrenschmaus aus ihrem Repertoire. Ein Auszug des dargebotenen Liedes „Wonderwall“ von Oasis wiederholte Scherwath abschließend: „Because maybe, you're gonna be the one that saves me - And after all, you're my wonderwall“.

Schlussendlich konstatierten die Teilnehmer, trotz der Kürze des Events, habe es ihm nicht an Spannung, Unterhaltung, Humor und Emotionen, also Würze gefehlt.

 

Mit lachendem und weinendem Auge

Nein, dieser Artikel bezieht sich nicht auf das Ende des Schuljahres und den Beginn der Sommerferien. Aus dem Kader des IBG / im Kader des IBG gibt es im nächsten Schuljahr etwas Veränderung. So müssen wir uns sowohl von unseren Referendaren Stafflinger, Scheiblauer und Lammermann, als auch von unserem Pädagogik-Urgestein Kursawe, der pragmatischen Planerin Lemke und einem kreativen Kopf des BK-Duos trennen.

Obgleich wir uns für die Referendare über dauerhafte Anstellungen, für Frau Lemke über eine geografisch naheliegendere Schule und für die Pensionäre über „Ruhe, Tiefenentspannung, Selbstverwirklichung, Freiheit, neue Wege und wunderbare Veränderungen“ (Auszüge einer Google-Suche zu den Begriffen „Zitat“ und „Ruhestand“) freuen, fällt es uns schwer, sie gehen zu sehen.

Entsprechend individuell und emotional fielen die Abschiedsreden aus. Die Direktorin Claudia Cassiani und der Vertreter des örtlichen Personalrates Ulrich Strömel bedankten und lobten zunächst Motivation sowie Begeisterung der Referendare. Auch Frau Lemke habe den Schulalltag aller mit ihrem Organisationstalent und ihrer strukturierten Vorgehensweise bereichert.

Unser Pädagogik-Dauerbrenner Kursawe möchte uns, nach seiner eigentlichen Pensionierung im Jahr 2017 und dreimaliger Rückkehr tatschlich endgültig verlassen. Eine Armada an Pädagogik-AbsolventInnen kann sich bei ihm für seinen aktuellen Unterricht, auch anhand digitaler Medien, bedanken.

Zum erste Mal verabschieden wir die Kunstlehrerin Angelika Link in ihre frei einteilbare Zeit. Aus der zweiköpfigen Fachschaft „Bildende Kunst“ liess Horst Bock die Zuhörer rückblickend an den interessanten und tiefgründigen Fachschaftssitzungen teilhaben. Auch Herr Strömel betonte die spannenden Unterhaltungen mit der Expertin. Dass der Eindruck auf Gegenseitigkeit beruhe, zeigte sich als Link meinte, sie gehe „mit lachendem und weinendem Auge“. Schlussendlich könnten sich alle darauf einigen, dass „Kunst [sich] täglich erlaubt“* „Ideen [zu] düngen“*, dem „Alltag [zu] lauschen“* und „Momente [zu] dehnen“*. „Kunst ist [/sollte] immer“* sein – die Welt wäre eine bessere. Wir wünschen den oben Genannten eine Welt voller Kunst zu finden.

*leicht veränderte Auszüge aus einigen Postkarten von Angelika Link

Grenzenlose Zusammenarbeit - Europäische Schulpartnerschaft in Zeiten von Corona

Monatelang hatten sich 13 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 auf diesen Höhepunkt des von der EU geförderten Erasmus + Projektes “Join the European table“ vorbereitet: ein Projekttreffen mit den Partnerschulen aus Frankreich, Spanien, Ungarn, Polen und Griechenland in Debrecen/Ungarn, an welchem sechs Schülerinnen vom IBG zusammen mit ihren Lehrern Gabriele Hornstein und Ulrich Tröndle teilnehmen sollten. Dabei wurde für das dreijährige Projekt ein Flyer entworfen, in dem die Integration von Geflüchteten thematisiert wird. Zudem hatte sich jede*r Projektteilnehmer*in auch ehrenamtlich bei regionalen Organisationen wie z.B. beim Freundeskreis Flüchtlinge Lahr, beim diakonischen Werk Offenburg und beim Friesenheimer "Netzwek Solidarität" engagiert und Eindrücke davon gewonnen, was Integration bedeutet. Nach dieser intensiven Vorbereitung war die Enttäuschung der Teilnehmer*innen zunächst groß, als das internationale Treffen aufgrund der Corona-Pandemie Anfang März abgesagt wurde. Dort sollten alle auf Englisch ihre Ergebnisse präsentieren und von ihren gemachten Erfahrungen berichten. Die Lehrer*innen der Partnerschulen stellten sich aber die Frage, ob die europäische Zusammenarbeit wirklich zum Erliegen kommen muss und entwarfen einen innovativen Krisenplan, auf dessen erste Ergebnisse sie bereits stolz zurückblicken können.

Per Videotutorial wurden die Schüler*innen aller Partnerländer angeleitet, sich in den “Twinspace“ des Projektes einzuschreiben. Hierbei handelt es sich um einen virtuellen Raum der digitalen  europäischen Plattform für Schulen namens “eTwinning“. Diese erlaubt es sowohl zu kooperieren und zu kommunizieren, als auch sicher und in einem geschützten Raum Daten hochzuladen. In einem ersten Schritt stellten sich die Schülerinnen und Schüler  einander in Steckbriefen vor und hatten die Möglichkeit, sich in einem Chat auszutauschen.
Am Nachmittag des 27. Mai verabredeten sich 26 Schüler*innen aus allen Teilnehmerländern und sieben ihrer Lehrer*innen zu einer Videokonferenz. Nach der gemeinsamen Begrüßung durch ihre Lehrer*innen wurden die Schüler*innen von Gabriele Hornstein, die das Treffen moderierte, in bunt gemischte, internationale Gruppen eingeteilt. In diesen konnten sie sich näher kennenlernen und über ihre einzelnen Projekte austauschen.

Ganz nebenbei erfuhren sie auch viel darüber, wie in den Partnerländern mit der Coronakrise umgegangen wird und wie dort zur Zeit der Schulalltag aussieht. Sie stellten fest, dass man in ganz Europa die gleiche, schwierige Lage zu bewältigen hat.
Im Anschluss präsentierten die deutschen, die polnischen und die griechischen Schüler*innen anhand von PowerPoint-Präsentationen ihre Erfahrungen bei den gemachten ehrenamtlichen Tätigkeiten und tauschten sich darüber aus.
In einer abschließenden, national konzentrierten, Feedbackrunde wurde schnell festgestellt: Das Format war ein voller Erfolg! Die zwei Stunden waren wie im Flug vergangen, neue Bekanntschaften waren geschlossen, ein Einblick in die Projektarbeit der Partner war gewonnen und darüber hinaus waren kulturelle Erkenntnisse erlangt worden. Dies bescheinigt auch die Bereitschaft aller Teilnehmer mitten in den Pfingstferien, am 10. Juni, ein weiteres Online-Meeting zu veranstalten. Dabei sollen dann noch die restlichen drei Ländern ihre Arbeiten präsentieren können. Die Präsentation und Auswahl des gemeinsamen Flyers wird dann wiederum über den vorher erwähnten Twinspace erfolgen, auf dem am Ende auch alle Präsentationen hochgeladen werden sollen.

So kann das zweite Jahr des dreijährigen Projekts doch noch ein erfolgreiches Ende finden. Dennoch sind sich alle Teilnehmer*innen einig, dass sie ein Treffen vor Ort in Ungarn über eine ganze Woche vorgezogen hätten.
 
Zusätzliche Info:
Das dreijährige Projekt „Join the European table“ findet im Rahmen des Programmes Erasmus + Schulbildung statt und wird von der Europäischen Union gefördert. Mehr Details zu den Inhalten finden sich auf der Homepage des Projektes:
www.erasmus-jointheeuropeantable.websco.fr

Und auf eTwinning:
twinspace.etwinning.net/78360

 

Beförderung zur Oberstudiendirektorin

Rund neun Monate nach ihrem Dienstantritt als neue Schulleiterin der Kaufmännischen Schule Lahr wurde Claudia Cassiani am 5. Mai 2020 zur Oberstudiendirektorin ernannt. Die Urkunde von Ministerpräsident Winfried Kretschmann musste sich Frau Cassiani aufgrund der aktuellen Kontaktbeschränkungen selbst überreichen. Im Rahmen eines kleinen Stehempfangs nahm sie die Glückwünsche des Schulleitungsteams sowie einen Blumenstrauß aus der Hand ihrer Stellvertreterin Ingrid Isele entgegen.

Es war einmal… ein Flohmarkt an der KS Lahr

In diesen Zeiten scheint es fast unwirklich, ja märchenhaft, dass noch vor wenigen Wochen ein Flohmarkt mit vielen Teilnehmern und Besuchern an der Kaufmännischen Schule Lahr stattgefunden hat. Organisiert wurde dieser im Rahmen der Projektkompetenz im Berufskolleg 2. Diese Klasse hatte sich mit der zuständigen Lehrkraft Frau Moog für Projekte im Rahmen des Stichwortes „Nachhaltigkeit“ entschieden.

Entsprechend nachhaltig erschien es den Schüler*innen Celine Walch, Eleonora Dahinten, Azda Celik und Justin Hug, nicht mehr getragene Kleidung, unbenutzte Gesellschaftsspiele und erfolgreich absolvierte Videospiele der Schulgemeinschaft zu sammeln und zur „Wiederverwendung“ auf den Markt zu bringen. Nach fünf Wochen, in denen gesammelt, Preise festgelegt, im Stadtanzeiger, auf Instagram und innerhalb der Schule mit Flyern beworben wurde, konnte auf zwei Ebenen ausgestellt und verkauft werden.

Einiges konnten die Schüler*innen - nun in der Rolle der Verkäufer -  veräußern, wenn sie sich auch eine größere Nachfrage erhofft hatten. Vielleicht hat die Corona-Krise auch zur Folge, dass die Menschen ihr Konsumverhalten hinterfragen. In Zeiten, in denen eben nicht schnell die dritte Jacke der Frühjahres-Kollektion erworben werden kann, reflektiert man doch eher, ob man diese überhaupt gebraucht hätte. Oder ob nicht auch ein Kleidungsstück eines anderen am eigenen Körper zu neuem Glanz, mit gutem Gewissen inklusive, zufriedenstellender wäre… zum Beispiel diese funkelnden Schuhe.

Jetzt bereut ihr, diese nicht erworben zu haben, oder?! Vielleicht gibt es ja eine Neuauflage des Flohmarktes, dann habt ihr noch eine Chance :-)

20 Übungsfirmen machen Üfa-Messe "RegioLahr" zum beeindruckenden Event

Am 18. Februar fand zum dritten Mal die Übungsfirmenmesse RegioLahr in der Mehrzweckhalle des Landesgartenschau-Geländes statt. Auf der Messe hatten die Mitarbeiter von 20 Übungsfirmen die Chance, ihr Verkaufstalent unter Beweis zu stellen.

Neben den 9 Üfas von der Kaufmännischen Schule Lahr waren auch Übungsfirmen aus Offenburg, Freudenstadt, Hausach, Emmendingen, Freiburg und Achern zu Besuch. Ihrer Kreativität bei der Gestaltung der Stände waren keine Grenzen gesetzt. Die Schülerinnen und Schüler achteten auf jedes kleinste Detail: von der Kleidung passend zum Firmenlogo bis hin zu den außergewöhnlichsten Standaktionen, wie beispielweise selbstgemachte Zuckerwatte, Lose oder Glücksräder. Während der Messe gab es drei verschiedene Workshops, die mehrmals am Tag für etwa eine halbe Stunde stattfanden. Die Workshops behandelten Themen wie Auslandsjahr, Gesundheit und Ernährung und Bewerbertraining. Zum Schluss gab es noch Preise für die beste Standgestaltung und die besten Verkaufsgespräche. Die Preisverleihung, sowie die komplette Messe wurde von den Auszubildenden aus dem Bereich Büromanagement geplant und betreut. Den 1. Platz für die beste Standgestaltung, sowie für die besten Verkaufsgespräche belegte die Übungsfirma „Puzzles“. Ein besonderes Highlight war auch das Catering mit selbstgemachten XXL-Burgern und leckeren Pommes durch die Übungsfirma „Floid“.

Ein Schüler-Austausch der besonderen Art: Von Lahr nach Lahr

Einen SchülerInnen-Austausch der besonderen Art erlebten einige Oberstufenklassen der Maria-Furtwängler-Schule, des Clara-Schumann-Gymnasiums, der gewerblichen Schulen und des Integrierten Beruflichen Gymnasiums aus Lahr, in Lahr.

Anlass war die Inszenierung des „Steppenwolf“- Romans von Hermann Hesse. In der Oberstufe ist es üblich eine Theateraufführung zu besuchen, jedoch nicht, dass das Theater selbst einen besucht. Doch genau dies bietet das „THEATERmobileSPIELE“, welches in Karlsruhe beheimatet ist, an. In einem Klassenzimmer des IBG konnten vier, nichtöffentliche, Aufführungen für die gemischten Gruppen von ca. 60 SchülerInnen realisiert werden.

Mit nur einem Schauspieler, einer Theaterpädagogin und einigem technischen Equipment wurde Theateratmosphäre geschaffen. In der 70-minütigen Bühnenfassung beeindruckte der Schauspieler Julian W. König, als Harry Haller, die SchülerInnen durch seine „schauspielerische Leistung und Merkfähigkeit“ (Äußerung der SchülerInnen). Auch die Theaterpädagogin, zuständig für die Einführung, Fragerunde und visuellen/lautlichen Einschübe während des Stückes, zeigte ihr „Können durch das Zusammenspiel der Medien“ (SchülerInnen).  Somit erlebten die ZuschauerInnen, auf einer Entfernung von circa drei Metern, eine unmittelbare Interaktion – auch mit ihnen selbst.

Gerade durch die Reduktion auf einen Schauspieler verdeutlichte sich der gewählte Schwerpunkt der Heimatlosigkeit des Steppenwolfes. Seine gesuchte Unabhängigkeit mündete oftmals in Einsamkeit und Unzufriedenheit seines Daseins. Das Verhältnis zu anderen Figuren des Romans fand durch Einblendung auf diversen Projektionsflächen statt. Zwar proklamierte der Steppenwolf gegenüber den anderen Figuren den Wunsch nach intensivem (Er)Leben, hielt allerdings selbst der Vielheit seiner wahrgenommenen Seelen (noch) nicht stand.  Am Ende konfrontierte König, alias Haller, die SchülerInnen mithilfe eines arrangierten Spiegelkabinettes mit ihrer eigenen Seelen-Vielfalt durch den Blick in den Spiegel. Es bleibt zu hoffen, dass diese nun besser Stand halten können… zumindest im Deutsch-Abitur J

Famoses Finnland: IBG-Lehrer besuchen Bildungsmusterland im hohen Norden

In bildungspolitischen Debatten wird Finnland immer wieder als Musterbeispiel für modernes Lernen genannt. Um dem Erfolgsgeheimnis des finnischen Bildungssystems auf die Spur zu kommen, reisten die beiden IBG-Lehrkräfte Gabriele Hornstein und Horst Bock nach Helsinki, wo sie an der Fortbildung “A school for tomorrow – how Finland is preparing for the future“ teilnahmen.

Im Rahmen des einwöchigen Kurses, der von der österreichischen atempo-Organisation veranstaltet wurde, waren Besuche in zwei finnischen Schulen sowie Vorträge und Gespräche mit finnischen Schulwissenschaftlern und Lehrern möglich.

Martti Hellström – ehemaliger Lehrer, Schuldirektor und Lehrerausbilder – führte aus, dass das finnische Schulsystem auf den Grundlagen Vertrauen, Selbständigkeit, Hilfe und Ermutigung beruhe. Zum Erfolg des Schulsystems würde auch das gute Gesundheitssystem, die kostenlose Bildung für alle, spezielle Unterstützungsmöglichkeiten für lernschwache Schüler sowie die professionelle Unterstützung für Lehrer beitragen. In den finnischen Schulen traue man den Schülern zu, in großem Maße eigenverantwortlich zu arbeiten und aktiv die Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen. Bei der Leistungsmessung werde das Lernergebnis weniger stark bewertet als der Lernprozess selbst. Um das Abitur zu erreichen, können finnische Schüler drei bis fünf Jahre die Oberstufe besuchen. Das Lerntempo und -pensum wird dabei von den Schülern selbst bestimmt.

Ein wichtiger Faktor liege laut Hellström auch darin, dass der Lehrerberuf in Finnland einer der angesehensten Berufe ist, die Zugangsvoraussetzungen für ein Lehramtsstudium sind entsprechend hoch. Lehrer seien in ihrer Berufsausübung weitgehend autonom. Sie müssen zwar den Lehrplan erfüllen, wie sie das Ziel erreichen und mit welchen Methoden oder Büchern sie arbeiten möchten, ist aber allein ihre Entscheidung. Autonomie gilt auch für die Schulleiter. Sie bekommen von der Kommune ein Budget, mit dem der ganze Schulbetrieb finanziert werden muss. Dazu gehören die laufenden Aufgaben wie Heizung, Mittagessen für Schüler und Betriebskosten der Schule. Aus diesem Budget können jedoch auch zusätzliche Lehrer eingestellt werden, wenn dies erforderlich ist.

Einen Eindruck vom Schulalltag konnten die beiden Lehrkräfte aus Lahr beim Besuch der Schule „Veromäen Koulu“ in Vantaa gewinnen. „Beim Betreten der Schule ziehen Schüler und Lehrer die Schuhe aus und laufen mit Socken oder Hausschuhen im Schulhaus umher“, berichtet Horst Bock. Schüler lernen dort von der ersten Klasse an, in die sie erst mit 7 Jahren eintreten, ein selbstorganisiertes Lernen. Am Wochenbeginn legen die Schüler, die in Klassen mit 20 Schülern zusammengefasst sind, ihre Wochenziele fest. Dies geschieht digital in einer Tabelle, die der Lehrer einsehen kann. Im Lauf der Woche werden die Ziele dann Schritt für Schritt abgearbeitet. Der Unterricht findet nur noch in kurzen Einheiten statt, die die Lehrer der Schule als „moments of teaching“ bezeichnen, der größte Teil der Arbeit wird in Einzel- oder Gruppenarbeit an verschiedenen Lernorten erledigt. Der Klassenlehrer beobachtet und begleitet den Lernfortschritt. Schüler, die mit dem Stoff Probleme haben, können die Unterstützung eines Speziallehrers bekommen. Das Unterstützungssystem ist darauf ausgerichtet, dass allen Schülern, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer individuellen Entwicklung ermöglicht werden soll, die Lernziele erreichen.

In der praktischen Arbeit von Schülern und Lehrern spielen Bibliotheken eine wichtige Rolle. Schulen sind häufig mit einer gut ausgestatteten Schülerbibliothek versehen oder aber Schulen werden direkt neben öffentlichen Bibliotheken gebaut. Diese nehmen eine wichtige Rolle als Treffpunkt, Kommunikationszentrum, Ort des gemeinsamen Lernens und Kulturzentren ein. Die finnischen Bibliotheken sind deshalb auch entsprechend eingerichtet. Es gibt neben der Bücherausleihe auch Räume für Gruppenarbeiten oder Besprechungen, sowie Angebote zum Erlernen verschiedener Kulturtechniken (z. B. Design, Programmieren, Nähen, Musik produzieren). Ebenso findet man Kinderspielplätze, oder Räume für Mütter mit Babys. Alle Bibliotheken sind kostenlos, die Nutzung der Räume ebenfalls.

Eine Schule mit einer besonders gut ausgestatteten Schülerbibliothek und einem fest angestellten Vollzeit-Bibliothekar ist die französisch-finnische Schule in Vantaa, in der verstärkt Französisch unterrichtet wird, allerdings nach finnischem Bildungsplan. In der großen Schulmensa kommen Lehrer, Schüler und Eltern am Morgen zum Kaffee oder Frühstück zusammen. Mittags erhalten die Schüler hier kostenloses Mittagessen. Die Mensa hat fünf fest angestellte Mitarbeiter, es arbeiten jedoch auch Schüler mit und unterstützen das Mensateam beim Kochen, beim Austeilen an Buffets und beim Abräumen und Reinigen der Mensa. Am Ausgang findet man eine Bewertungsampel. Die Schüler können dort in fünf Stufen abstimmen, ob das Essen geschmeckt hat, oder eher nicht.

Eine zentrale Rolle im finnischen Schulsystem spielt die digitale Bildung. Alle Schüler in Vantaa sind mit Laptops ausgestattet sind, die Abiturprüfung wird in ganz Finnland ausschließlich digital abgelegt. Darüber hinaus legt man großen Wert auf die Erziehung zum bewussten Umgang mit den eigenen Daten und zur kritischen Bewertung digitaler Informationen. Dafür stellt Finnland die Plattform „Faktabaari“ – Faktenbar –  bereit. Dahinter steht eine Vereinigung von Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete, die Nachrichten auf Wahrheitsgehalt und Plausibilität überprüfen. Schüler können sich mit Nachrichten dorthin wenden und bekommen dann eine Bewertung der Plausibilität. So lernen sie, Fake-News von gut recherchierter journalistischer Arbeit zu unterscheiden.

Neben den Erkenntnissen zum finnischen Schulsystem bot der Fortbildungskurs Einblicke in die Arbeit mit dem iPad im Unterricht. Zahlreiche Apps und Anwendungen wurden vorgestellt und auch ausprobiert. Obwohl viele Apps den IBG-Lehrern bereits bekannt waren und sie sich darin bestätigt sahen, bei der Digitalisierung und dem Einsatz von Tablets im Unterricht mit ihren nordeuropäischen Kollegen mithalten zu können, bot der Kurs auch Gelegenheit, neue Apps kennenzulernen, die nun im Unterricht ausprobiert werden können.

Die Weiterbildung war eine von 8 unterschiedlichen Fortbildungsmaßnahmen, an denen Lehrkräfte des IBG Lahr von Juni 2018 bis Mai 2020 im Rahmen des von der EU geförderten Erasmus+ Projekts „Interkulturelle Kompetenz und Digitalisierung“ in unterschiedlichen europäischen Ländern teilnehmen.

„Vamos a Tarragona“ – IBG-Schüler besuchen internationales Projekttreffen in Spanien

Im Rahmen des Erasmus+ Projektes „Join the European Table“ besuchten kürzlich sechs Schülerinnen der Jahrgangsstufe 1 des IBG zusammen mit ihren Lehrerinnen Lenja Öxle und Julia Schneckenburger ihre Partnerschule „Institut Campclar“ in Tarragona/Spanien.

Neben den Teilnehmerinnen aus Lahr reisten auch Schüler aus den weiteren Partnerländern Griechenland, Polen, Frankreich und Ungarn zum Projekttreffen in die katalonische Hafenstadt. In internationalen Gruppen wurden die im Vorfeld erarbeiteten Inhalte zum Thema Migration und Integration vertieft, außerdem fanden interessante Vorträge von NGOs (Nichtregierungsorganisationen) wie „Stop Mare mortum“ und „Pro Activa Open Arms“ statt, die vielseitige Einblicke in die Flüchtlingsarbeit boten. Bei „Pro Activa Open Arms“ ging es hauptsächlich um die Rettung der überfüllten Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer und die traumatischen Erfahrungen der Flüchtlinge, während „Stop Mare Mortum“ darüber berichtete, wie sie die Integration der Flüchtlinge in Spanien unterstützt.

Neben der intensiven Beschäftigung mit dem Thema Migration blieb auch noch genügend Zeit für kulturelle Highlights: So verbrachten die Schüler einen Tag in Barcelona und hatten außerdem die Gelegenheit, an einer Führung durch die Altstadt Tarragonas auf den Spuren der Römer teilzunehmen sowie das kleine Städtchen Montblanc, das Kloster Poblet und die Espluga-Höhlen kennenzulernen.

Alle Teilnehmer waren während der Projektwoche bei spanischen Gastfamilien untergebracht. In ihrer Freizeit unternahmen die IBG-Schülerinnen viele gemeinsame Aktivitäten mit ihren Austauschpartnern wie zum Beispiel Bowling, Shopping oder Karaoke.

Obwohl die Kommunikation, welche ausschließlich auf Englisch stattfand, sich manchmal etwas schwierig gestaltete, war das Projekttreffen inhaltlich ein voller Erfolg und führte außerdem zu einer Vertiefung der interkulturellen Freundschaften.

Bericht: Julia Hasemann und Alannah Sobczyk (J1)

SMV übergibt nachhaltige Kaffee- und Schokoladenspende an die Lahrer Tafel

Schüler*innen und Lehrer*innen der Kaufmännischen Schule Lahr beschäftigen sich auch in diesem Schuljahr auf verschiedenen Ebenen mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Letzte Aktion in 2019 war eine Spendensammlung für die Lahrer Tafel. Anfang Dezember übergaben die Schülervertreter des IBG Tafelleiterin Ingrid Schatz 80 Packungen Bio Fairtrade Kaffee sowie 50 Tafeln Fairtrade Schokolade. Die Spende wurde den Kunden der Lahrer Tafel als Weihnachtsgeschenk weitergegeben. Die Aktion deckte sich mit einem eigenen Nachhaltigkeitsprojekt der Lahrer Tafel – so erhielten die Kunden ihr Geschenk in einem Mehrweg-Netz für Obst und Gemüse. Wer damit in Zukunft einkauft und auf Plastiktüten verzichtet, erhält pro Einkauf einen Rabatt von 10 Cent.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind nicht nur Strohfeuer sondern Dauerthema am IBG, davon zeugte im November und Dezember eine große Ausstellung im Foyer der Schule. Hier präsentierten Schüler auf Plakaten die Ergebnisse aus unterschiedlichen Projekten – eines davon war die Befragung von Teilnehmern einer Fridays for Future Demonstration in Freiburg, ein anderes die Analyse des Ist-Zustandes der Schule aus Umweltperspektive und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen.

In Ergänzung dazu trafen sich Vertreter der Sozial und Umwelt AG in der Schule mit den Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) und Marion Gentges (CDU), um mit ihnen das Thema „Nachhaltige Schule“ zu diskutieren, eigene Ideen vorzustellen und Unterstützungsmöglichkeiten zu erörtern.

Auch im Kaufmännischen Berufskolleg II beschäftigen sich Schüler derzeit im Rahmen ihrer Projektarbeit mit dem Thema Umweltschutz. Geplant ist unter anderem ein Flohmarkt mit gut erhaltenen, kaum gebrauchten Elektrogeräten und Kleidungsstücken. Hier soll gegen unnötiges Wegwerfen und damit für Nachhaltigkeit ein kleiner Schritt getan werden.

Das Pflanzen von insektenfreundlichen Blumenzwiebeln am Landesgartenschaugelände und der Einbau von Wasserspendern an der Schule sind weitere Bausteine dieses Leuchtturmprojektes, die 2019 realisiert wurden.

Weitere Aktionen sind für das zweite Schulhalbjahr geplant, u.a. die Herstellung eines Strom erzeugenden Fahrrads sowie der Bau eines Insektenhotels auf dem Schulgelände. Beim Kooperationsprojekt „IBG trifft Grundschule“ experimentieren Schüler im Februar außerdem zu den Themen Sinnvolle Verwendung von Kunststoffen und Energiespeicher Batterie.

Ausbildungsmesse „Markt der Möglichkeiten“ zeigt Wege auf für die Zeit nach der Schule

Wie geht’s weiter nach der Schule: Ausbildung? Studium? Ein Chilljahr auf‘m Sofa? Oder doch lieber eine Weltreise? Gar nicht so einfach, eine Entscheidung für seine Zukunft zu treffen.

Die erste Ausbildungsmesse „Markt der Möglichkeiten“ an der Kaufmännischen Schule Lahr bot für Schüler und Ausbildungsbetriebe die Gelegenheit zum Kennenlernen und zum Austausch. Hier konnte man sich über Berufswegemöglichkeiten in viele Richtungen direkt beim Anbieter erkundigen. Die Schüler aus der Berufsfachschule Wirtschaft, sowie aus dem Kaufmännischen Berufskolleg I und II nahmen dieses Angebot gerne in Anspruch. Klar, wenn die Ausbildungs- und Studienangebote direkt in der Schule, also quasi auf dem Silbertablett angeboten werden.

Ausbildungsbetriebe aus unterschiedlichen Bereichen, kaufmännisch, technisch, IT, Pflege, Medien, Versicherungs- und Steuerwesen nutzten die Chance, vor Ort auf interessierte Bewerber zu treffen und ungezwungen Kontakte zu knüpfen. Die meisten Unternehmen hatten Auszubildende mitgebracht, bei denen sich die Schüler über die Betriebe selbst sowie über Ausbildungsinhalte und -voraussetzungen informieren konnten.

Die Kaufmännische Schule Lahr nutzte die Messe auch dazu, den neuen Ausbildungsberuf „Kaufmann/Kauffraufrau für E-Commerce“ vorzustellen - eine zukunftsfähige Ausbildung im digitalen Bereich, angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Handel und Onlinevertrieb. Ausbildungsbetriebe, die diesen Beruf schon anbieten, präsentierten sich ebenfalls direkt vor Ort.

So gesehen war es eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten: Zugang zu den gewünschten Bewerbern mit kaufmännischer Vorbildung für die Betriebe, direkter Kontakt und erfolgreiche Gespräche und Verträge für interessierte Schüler.

(Geistige) Schwergewichte on tour – Der Kollegiumsausflug 2019

Unter dem Überraschungstitel „Fahrt ins Blaue“ dachten (wünschten?) sich viele Kolleginnen und Kollegen, ebenso wie der hier nur anonym zitierte A. S., einen Trip nach Mallorca. Erstaunt wurde dann im fahrenden Bus auf der Autobahn zur Kenntnis genommen, dass schon drei Abfahrten vor Basel/Moulhouse, nämlich bei Bad Krozingen/Breisach, abgebogen wurde.

Mit Blick auf das Breisacher Münster – und den Friedhof – wurden dann zunächst wohlschmeckende italienische Köstlichkeiten verspeist. Derart gestärkt, konnte man sich ein Glas Sekt beim nächsten Programmpunkt in der Winzergenossenschaft genehmigen. Bei dem von zwei Kolleginnen spendierten prickelnden Genuss war die Trauer über den ausgefallenen Ausflug zum 17. Bundesland schon wieder vergessen.

Nachdem der „Genussbotschafter“ der WG, Herr Roter, über die Qualität der Konkurrenz aufgeklärt hatte, begab sich die Gruppe zunächst in die große Welt der Millionen-Liter-Tanks, und später in die kleinere der traditionellen Holzfässer im Keller. Neben Informationen zur Anlieferung, Gärung und Veredelung von Wein in Breisach lieferte der gebürtige „Fischkopf“ (Selbstbezeichnung Roter) noch Auskunft über den Alkoholpegel der Mitarbeiter (0 Promille) und die besten Hamburger Witze.

Ein weiteres Highlight des Tages war die Waage, die das ganze Kollegium mit seinen 4.600 kg geballter Intelligenz gerade noch fassen konnte.

Ein großer Dank für die Organisation der vielseitigen Überraschungen und Genüsse gebührt dem Personalrat, vornehmlich Rafaela Lemke.

Erasmus+ Seminarkurs – Workshop zum Thema Interkulturalität mit der Caritas

Am Donnerstag, den 24. Oktober 2019, besuchten zwei Sozialarbeiterinnen der Caritas, Lilli Wenzel-Teuber und Sandra Stang, das IBG Lahr und führten im Rahmen des Erasmus+ Seminarkurses einen Workshop zum Thema „Interkulturalität“ durch. Die Caritas selbst ist zwar nicht in der Migrationsberatung tätig, sondern vor allem in der Schwangerschafts- und Schuldnerberatung. Gerade zu solchen Beratungen kommen jedoch auch viele Geflüchtete.

Zu Beginn des Workshops sollten die Schüler*innen sich den Himmelsrichtungen nach aufstellen, wo ihre Vorfahren und sie selbst geboren wurden. Dadurch wurde ihnen bewusst, dass das Thema Migration alle betrifft. Im Anschluss wurden den Teilnehmern verschiedene Rollen zugeteilt – von der Tochter des amerikanischen Botschafters bis hin zum Illegalen Auswanderer aus Mali. Bei jeder vorgelesenen Aussage, wie zum Beispiel: „Ich darf lieben, wen ich möchte.“, sollten die Teilnehmer*innen, wenn das zutraf, einen Schritt nach vorne gehen. Es stimmte die Schüler*innen sehr nachdenklich zu sehen, dass manche keinen Schritt nach vorne gehen konnten und anderen der Platz im Zimmer nicht ausreichte.

Die Teilnehmer*innen erkannten, dass es bei der Interaktion von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund zu Irritationen und Missverständnissen kommen kann, weil die Kulturen so unterschiedlich sind. Darum benötigt man interkulturelle Kompetenz. Das heißt, dass man bei dieser Interaktion seine Handlungsroutinen erweitern und über den Tellerrand blicken sollte, zum Beispiel durch Perspektivenwechsel, aber auch durch Empathie.

Am Ende des Workshops beantworteten die Gäste von der Caritas noch einige Fragen, die die Schüler*innen vorbereiten hatten:

Was bedeutet Integration für Sie?

„Eine gelungene Integration bedeutet für uns, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, so dass auch Menschen mit Migrationshintergrund wie selbstverständlich den Alltag in unserer Gesellschaft bewältigen können.“

Hat Ihr Beruf Auswirkungen auf Ihr Privatleben?

Lilli Wenzel-Teubner: „Für mich spielt es keine Rolle, woher die andere Person kommt und ich wurde sensibilisiert, dadurch setze ich mich an Elternabenden zu anderen dazu, welche die deutsche Sprache erst erlernen und helfe ihnen bei der Übersetzung. Zudem schreibe ich die Elternbriefe in einem leicht verständlichen Deutsch, damit sie für alle verständlich sind.“

Sandra Stang: „Wenn ich in der Stadt von mir bekannten geflüchteten Personen angesprochen werde, kommt es schon einmal dazu, dass ich mit ihnen einen Kaffee trinken gehe.“

Warum kommen Geflüchtete zur Caritas?

„Sie kommen durch Erfahrungen und Tipps anderer zur Caritas und bitten um Hilfe. Vor allem kommen Menschen, die schon mehrere Stationen durchlaufen haben und immer noch Hilfe brauchen. Dann dient die Caritas als Helfer und Unterstützer für alle Menschen in allen Situationen, die Hilfe brauchen.“

Bericht: Hanna Gutmann SG12/3 und Lena Müller WG12/2