Besuch von Staatssektretär Dr. Mentrup

Besonders beeindruckt zeigte sich der Staatssekretär von den hochmotivierten Schülerinnen und Schülern der fünf Übungsfirmen am Berufskolleg und der Berufsfachschule Wirtschaft. In persönlichen Gesprächen ließ er sich von den Schülerinnen und Schülern die einzelnen Abteilungen und Geschäftsabläufe in den Übungsfirmen erklären. Der 47-jährige Bildungspolitiker war derart fasziniert, dass er sogar vom (fiktiven) Kauf eines Schaukelpferds, Marke „Little Miss Sunshine“, überzeugt werden konnte.

Mentrup lobte das praxisnahe, nach seinen Worten gar „praxisidentische“ Unterrichtskonzept. Die Tatsache, dass reale Betriebe immer öfter gezielt Schüler/innen aus den Übungsfirmen rekrutieren, mache deutlich, dass an den beruflichen Vollzeitschulen eben nicht nur ein Bildungsabschluss vermittelt, sondern gleichzeitig auch die Ausbildungsreife gefördert werde. Die Schüler/innen hätten ihm außerdem klar gemacht, dass ihnen der Wechsel ins berufliche Schulwesen wichtige Impulse sowohl für die Karriereplanung als auch für die Persönlichkeitsentwicklung gegeben habe, erklärte Mentrup.

Nach der Mittagspause in der schuleigenen Mensa, widmete sich Mentrup am Nachmittag einem etwas unbequemeren Thema. In einer Gesprächsrunde stellten die Referendarinnen und Referendare dem Staatssekretär ihre unbefriedigende Einstellungssituation dar. Zum einen zeigten sie sich enttäuscht von der mangelhaften Informationspolitik bezüglich ihrer Einstellungschancen, vor allem aber kritisierten sie die zunehmende Konkurrenz durch Bewerberinnen und Bewerber von den allgemeinbildenden Gymnasien. Im Gegensatz zu diesen hätten sie sich schon im Vorbereitungsdienst ganz bewusst für das berufliche Schulwesen entschieden und seien durch ihre Ausbildung an Schule und Seminar hervorragend für die beruflichen Schularten qualifiziert. Dementsprechend forderten sie eine vorrangige Einstellung für die Referendarinnen und Referendar aus dem beruflichen Schulwesen sowie insgesamt eine weitsichtigere Planung in der Personalpolitik.

Dr. Frank Mentrup reagierte mit großem Verständnis auf die Sichtweise der Referendare. Gleichzeitig wies er auf die „schwierige Gesamtkonstellation“ hin, mit der sich die Bildungspolitik in Baden-Württemberg derzeit konfrontiert sehe. Zum Einen fehle durch das Auslaufen des G9 künftig ein ganzer Jahrgang an den allgemeinbildenden Gymnasien. Zum Anderen falle die Grundschulempfehlung weg, so dass die Stellenplanung für Realschule, Gemeinschaftsschule und Gymnasium zunehmend erschwert werde. Vor diesem Hintergrund wolle man sich im Kultusministerium möglichst viel Gestaltungsfreiraum lassen. Mentrup sagte jedoch zu, sich für eine Verlängerung der Hauptausschreibungsphase sowie für größere Transparenz einzusetzen. Die Referendarinnen und Referendare hätten ihm dazu wichtige Argumente geliefert, so der Staatssekretär.

Zum Abschluss seines Besuches bedankte sich Mentrup beim Schulleitungsteam, sowie bei den Lehrer/innen und Schüler/innen für die engagierte und erfrischende Präsentation ihrer Schule. Er habe sich an der „Wiege des SG“ (das sozialwissenschaftliche Gymnasium in Lahr ist das älteste in Baden-Württemberg) sehr wohl gefühlt.

Schwedisch-AG feiert das Luciafest

Dann machte sich die Gruppe mit Frau Schindler und Herrn Bock auf nach Freiburg, wo im Gewölbekeller des Peterhofes die Luciafeier des Institutes für Skandinavistik stattfand. Eingerahmt vom Lucia-Lied mit seiner aus dem Italienischen stammenden, sehr eingängigen Melodie, sangen Lucia und der Chor Weihnachtslieder aus Dänemark, Norwegen, Island und natürlich Schweden. Die Kerzenkrone von Lucia und die vielen Kerzenlichter der Lucia-Jungfrauen und der Sternenknechte brachten eine feierliche und besinnliche Stimmung in das alte abgedunkelte Gewölbe. Das rührte nicht nur die vielen Schwedinnen und Schweden, unter denen sich auch Frau Hagström mit Sohn Kalle befanden. Mit Glögg und Lussekatter gab es deshalb nach der Feier noch viel zu erzählen.

Ein kleiner Besuch auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt rundete für die Schülerinnen und Schüler den Besuch in Freiburg ab. Hier gab es noch Gelegenheit, Geschenke zu besorgen oder sich für eigene Bastelarbeiten inspirieren zu lassen.